Abschied
Am vergangenen Mittwochmorgen hat Mutti es geschafft, viel später, als sie es sich erhofft und wir es ihr gewünscht hatten. Die letzten Tage und Nächte waren schwer, sehr schwer für sie. Wie sie bei all dem Schmerz und Leid so liebevoll, freundlich und dankbar bleiben konnte, ist mir ganz unbegreiflich. Was schließlich »Erlösung« bedeutet, das verstehe ich nun besser.Unendlich dankbar bin ich für die rührende, herzliche Pflege der Schwestern im Pflegeheim, in dem sie die letzten Tage zugebracht hat, und für Bernds innige und fürsorgliche Unterstützung am Krankenbett.
Für ihre Traueranzeige hatte Mutti sich vor etwa einem Jahr bereits ein sehr romantisches Gedicht von Eichendorff ausgesucht, das wir immer wieder zusammen gelesen haben und das sie immer zum Lächeln gebracht hat:
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Ohne Titel
Ich schreib hier einfach was, damit mal wieder was hier erscheint.Laufen tu ich gerade gar nicht. Selbst wenn das Wetter es zulassen würde — d.h. die Wege sind nicht mehr total vereist, es gibt ein paar mittelhelle Momente zwischen 6 Uhr abends und 6Uhr30, kein Hagelschauer in Sicht — kann ich mich nicht zum Laufen aufraffen.
Paris haben Bernd und ich gecancelt. Mutti liegt seit letztem Mittwoch im Korbacher Krankenhaus und wir sind jetzt häufig bei ihr.
Bei all dem hab ich auch noch Frau Werwolfs Geburtstag verpennt. Sorry, Gabi! Die Rose ist für Dich

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