Gelüftet: das Geheimnis des Rieslingschwamms

startnummer und medaille Das schöne am Paarlauf ist, dass man hinterher die Vorder- und Rückseite der Medaille gleichzeitig anschauen kann. Und das hier ist doch nun wirklich ein ausnehmend schönes Exemplar, wie auch die Startnummer besonder liebevoll gestaltet ist. Macht richtig Lust auf Genuss, doch für unterwegs war ja ein »Rieslingschwamm« angekündigt, was nicht unbedingt so verheißungsvoll klingt. Aber wir wollten doch das Geheimnis lüften und so begaben Bernd und ich uns auf die, Zitat: »sportlich sehr interessante und attraktive Laufstrecke« des 4. Marathon Deutsche Weinstraße.

Bevor es aber soweit war, zunächst großes Hallo im Startbereich. Wir trafen Klaus mit seiner besseren Hälfte, Heinz mit der seinigen, Frau Werwolf (Gabi), Bärbel und Jozsef, Jolle, (Manfred) Hilgert und Heike, letztere allesamt Bekannte aus dem Berliner Marathonforum.

Zum Fotografieren bin ich vor dem Start selber leider nicht gekommen, denn meine Kamera wollte ich der Wertsachenaufbewahrung doch lieber nicht überlassen und das Auto parkte ein wenig weit weg vom Treffpunkt. Sicherlich werden Heinz und Gabi und Klaus da noch aushelfen können. Daher erstmal nur textuell weiter berichtet: schnatterig kalt war es draußen, wenn auch zunächst noch trocken, so dass wir uns ins Festzelt verzogen und erst kurz vor dem Start auf die Strecke trauten. Pünktlich mit dem Startschuss setzte dann auch Regen ein, der uns stetig für die Hälfte der Strecke und unstetig für zwei Drittel der zweiten Hälfte (hah: jetzt rechnet mal schön ;-) ) begleitete. Klaus und Heinz liefen uns davon, Bärbel, Hilgert, Jozsef, Gabi mussten wohl irgendwo hinter uns sein, und Jolle, Bernd und meinereiner kämpften uns als Trio tapfer durch die Weinhügel. Nicht dass die Hügel das Problem gewesen wären, aber der Wind nahm ordentlich Fahrt auf und der Regen klatschte heftig gegen die kurzbehosten Beine und machte die Hände scheußlich kalt (Gabi: für den Start hattest Du Recht — es war kalt!).

Ich war immer wieder froh, wenn wir einen der kleinen Orte (alle namens »hmhm-heim am Berg«) mit den engen Straßen passierten: Windschutz! Und wirklich putzig anzuschauen, die liebevoll geschmiedeten Gaststätten-Schilder, schön bemalten Häuser (Schweinderl fast zum Reinbeißen), vor allem die allgegenwärtigen Straußenwirtschaften und Weinlokale, eine Weinkönigin, die winkt. Da müssen wir nochmal hin! Ab KM 18 ging es dann eine langes Stück sanft bergab zur HM-Marke, und wir fühlten uns ganz schön frisch wieder :-) 1:58 auf der Uhr an dieser Stelle. Jolle, der erst vor zwei Wochen in Barcelona 3:22 gelaufen war, machte eher den Eindruck, noch gut zulegen zu können, blieb aber netterweise bei uns.

Ein erster trockener Abschnitt verleitete Bernd dazu, die Brille zu putzen. Das sollte er in der zweiten Hälfte noch öfter tun müssen…

Von hinten preschte Jozsef heran und blieb uns immer dicht auf den Fersen. Von hinten dann auch bald der Ruf: »Sabine? Sabine Weiß?« Sabine Weihofen hatte mich erkannt; wir hatten vor einem Jahr gemeinsam unser 6-Stunden-Lauf-Debut in Rotenburg gegeben, wo sie in diesem Jahr leider fehlte. Sie und Markus zogen dann aber locker von dannen, als das Trio Jolle-Bernd-Sabine vom Lockruf »Rieslingschwamm!« angezogen, am Weinfass hielt. Jolle und Bernd in ihren roten Trikots wurden extra für ein Fotoshooting zum kurzen Verweilen aufgefordert: ich hoffe, das Bild wird auf der Homepage vom Weinstraßenmarathon veröffentlicht.

Mit unseren gut getränkten Schwämmen legten wir also noch einen kleinen Zahn zu. Es ging nun weiter entlang der Landstraße zurück nach Bockenheim unter Mandelblüten — tatsächlich noch unter Mandelblüten! Wo ich doch befürchtet hatte, der Regen könnte ihnen den Garaus gemacht haben. Ab und zu blauer Himmel, wie schön! So herrlich wie in diesem Bild, das mir Gabi vor ein paar Tagen geschickt hatte, sah es ab und zu tatsächlich aus.

mandelblüte bei bockenheim



Bis dann rund um KM 36 mein linkes Bein mich an Rotenburg erinnern wollte — o weh! Dabei kam jetzt die Sonne nun häufiger heraus, eigentlich herrlichste Laufbedingungen. Für mich hieß es jetzt: bloß nicht anhalten! Denn in Rotenburg ging es danach auch nicht mehr weiter. Na, das ist ja eh mein Stil: die letzten Verpflegungsstationen lasse ich lieber links oder rechts liegen. Ein Bergabstück entspannte mein Bein nochmal gnädig vor einem allerletzten Berganstück, und so rollten wir glücklich ins Ziel: 3:55:irgendwas. Um neue Einlagen kümmere ich ja sowieso gerade, ist aber wirklich nötig, wie's aussieht. Das Ziel 4:04:04 zum 4.4.04 habe ich aufgeben müssen: so langsam wollte ich zum Schluss einfach nicht mehr laufen ;-)

Im Ziel dann freudestrahlend Heinz und Klaus (letzterer noch ein wenig fassungslos ob des Anstiegs bei KM 39, dabei hatte er den doch prima gemeistert!), und bald danach Sabine und Markus Weihofen, Eric Tuerlings, Jozsef, … Und mit der Kamera erwischt hat uns danach dann noch Gabi. War insgesamt ein schönes Erlebnis!

laugenbrezel und salzige küsse

So, nun bin ich auch endlich daheim in Mecklenburg angekommen, war doch noch ganz schön Verkehr unterwegs. Mit einem fertigen Bericht hatte ich nun wirklich noch nicht gerechnet. Respekt. War ein schöner Lauf, gemeinsam vergehen die km doch deutlich schneller und entspannter.

Habe mich nach dem Lauf erst mal mit den preiswerten Kuchen gesättigt und Euch dann nach dem Duschen nicht mehr gesehen. Also von hier aus noch mal viele Grüße und gute Erholung, Jolle!
Jolle () (URL) - 04.04.04 - 23:27


Gruppenfoto:Damit kann ich leidner nicht dienen, ich hab’ mich drauf verlassen, daß Eure schon was werden und keine gemacht..

Ansonsten: war’s eine rundherum saugut organisierte Veranstaltung, eine schöne und auch/sogar auf HM anspruchsvolle Strecke – nur die Windmaschine hätte man mal abstellen können ;-). Heinz und Klaus (die übrigens Hand in Hand ins Ziel gelaufen sind – gibt’s DAVON ein Foto???) mit Frauen haben nachher noch bei uns gesessen, aber zum reden kamen wir da irgendwie auch nicht. Auch, weil ich dauernd unterwegs war, “meine” Vier sind das Volk”-Leute zusammenzusammeln. Flöhe hüten ist einfacher (grins) – es war unmöglich 12 Leute auf ein Bild zu bekommen. Aber zumindest hammer den 2. Platz in der Mann-Schaftswertung gemacht. (wobei “wir” die schnellen Jungs aus dem Schwabenländle waren)

Schönen Montag und den Läufern gute Regeneration!

Gabi
Frau Werwolf () (URL) - 05.04.04 - 06:19


Vom Wetter mal abgesehen, kommt da doch ein bisschen Neid bei mir auf, nicht dabei gewesen zu sein. :-(

Schön, Sabine, dass dein Bein “gehalten” hat und du ganz offensichtlich in alter Manier hast laufen können – will sagen, der Ehrgeiz war größer als die anvisierten 4:04. Du siehst, auch ohne mich kannst du dich nicht bremsen! (grins)(baeh)

Leider kann ich so einige andere hier aus dem Forum nicht auf Anhieb finden – fehlen mir doch Nachnamen und/oder Startnummern :-( Nun ja, einen gemeinsam mit Heinz einlaufenden Klaus wird’s ja nicht so oft geben …

Gute Erholung allen!
Manfred
Manfred () (URL) - 05.04.04 - 07:26


Hallo Sabine,
ja, ein schöner Lauf war es schon, auch wenn meine Zielzeit nicht soooo toll war. Aber ich kann nun aus eigener Anschauung bestätigen, dass auch die sanitären Anlagen an der Strecke in einem hervorragenden Zustand waren.

auf ein Neues 2006

mfG
Manfred Hilgert
Hilgert - 05.04.04 - 08:01


@Manfred
Da lag ich wohl doch nicht so falsch mit meiner Prognose, dass dir etws entgangen ist ;-))
Wie kommst du übrigens darauf, dass ich mit Heinz nicht wieder laufen werde? Vielleicht habe ich ja auch “Blut geleckt”? So wenig mir heute weh tut, wer weiß? Um ihn nicht zu langweilen, muss ich halt noch etwas schneller werden, aber sonst sehe ich da kein Hindernis ;-)) Gestern hat er jedenfalls genau das rechte Maß gefunden zwischen Ziehen und Bremsen.

@Sabine
Fotos gibt es ein paar und die besseren schicke ich dir separat.

Allen gute Erholung

Klaus
Klaus () - 05.04.04 - 10:03


@Klaus: Ich glaube Du hast den Manfred mißverstanden. Er meinte, daß es nicht schwer ist uns in der Ergebnisliste zu finden, da er anscheinend unsere Nachnamen nicht kennt, also nur Klaus und Heinz mit gleicher Zeit.
Also ich würde mich freuen, mit Dir noch recht oft zu laufen und habe mir gestern schon überlegt, ob ich dann wohl irgendwann auch mal den Hunsrück-Marathon laufen sollte.
Es war gut, daß Du mich am Anfang ab und zu bebremst hast. Nach hinten raus war das nicht mehr notwendig.
Es war doch super, wie wir den letzten Kilometer noch durch Bockenheim gespurtet sind.
@Manfred: Du hast wirklich etwas versäumt. Es war schön, Leute von der Renn-den-Rennsteig-Seite persönlich kennenzulernen. Ich finde eine Super-Gruppe.

Gruß Heinz
Heinz () - 05.04.04 - 10:42


Kaum ist man(fred) mal ein Weilchen nicht auf dieser Site, da passieren schon wieder ungeheuerliche Dinge (grins).

Yoah, Heinz, du hast mich durchschaut. Tatsächlich habe ich das Suchen in der Ergebnisliste gemeint – hat ja auch geklappt!

Bedauert mich nur nicht allzu sehr – in zwei Wochen werdet ihr auf mich neidisch sein, beim Kyffhäuser-Bergmarathon. Eine schöne Strecke! Und die Harzquerung eine Woche drauf erst! Hach, wat jibt es nich allet für Vergnügungen! (freufreu)

Schönen Arbeitstag noch
Manfred
Manfred () (URL) - 05.04.04 - 11:23


Ach soooo! Da stand ich wohl auf der Leitung. Ich hatte Manfred allerdings unterstellt, unsere Nachnamen bereits aus den E-Mail-Adressen herausgefunden zu haben.

Allen alles Gute

Klaus
Klaus () - 05.04.04 - 16:37


Kurzes Grübeln, sag ich was oder sag ich nichts … Egal. Mensch, Klaus, da haste mich eiskalt erwischt! °duckundindieEckeversteckt° (grins)
Manfred () (URL) - 05.04.04 - 17:56


So jetzt sind wir auch wieder zuhause angekommen. Haben noch eine Nacht drangehängt, damit wir den Wein am Abend genießen konnten :-)

War ein nettes Treffen – nur zu kurz. Wir fanden, dass es ein sehr schöner Lauf war (toll die Mandelbäume noch blühen zu sehen und nette kleine Ortschaften), super organisiert und das Wetter hat auch einigermaßen mitgespielt – obwohl ich mir zu Beginn gewünscht hätte, dass ich die dreiviertel Tights und ein Unterhemd angezogen hätte.

Ich bin tatsächlich – weil Trainingslauf – so vernünftig angegangen (kann nicht in der Familie liegen ;-) ), dass ich hintenraus noch richtig Luft hatte. Habe einer “Ersttäterin”, Anna, die ich bereits nach ein paar km kennengelernt hatte, die dann aber schneller lief, über die letzten 6 km helfen können – zumindest mit ein paar aufbauenden Kommentaren. Sie hat sich tapfer mit 4:20 durchgeschlagen und war total glücklich.

Jozsef hat noch kurz überlegt, ob er langsamer werden sollte, um die 4:04 zu erreichen, aber dann ist er doch lieber unter 4 Stunden geblieben.

Beine tun uns überhaupt nicht weh, also ein gutes Zeichen.

LG
Bärbel + Jozsef
Bärbel () - 05.04.04 - 19:12